Frau (53) in Tiefgarage tot aufgefunden

Krefeld (ots)

Am Montag, den 30.03.2015, gegen 17:56 Uhr, meldete sich der Inhaber einer Spedition bei der Einsatzleitstelle der Polizei und teilte mit, dass er gerade einen Anruf eines bei ihm angestellten LKW-Fahrers erhalten habe. Dieser habe ihm mitgeteilt, dass er am Abend nicht zur Arbeit kommen könne und es würde Blut fließen. Zur Wohnanschrift des Fahrers, Bergheimer Str. 14 in Krefeld, wurde eine Streifenwagenbesatzung entsandt, die den 55jährigen in seiner Wohnung antrafen. Der Mann wies augenscheinlich von einem Selbsttötungsversuch stammende Schnittverletzungen an den Unterarmen auf. Während man auf den alarmierten Rettungswagen wartete, berichtete der 55jährige, dass er am Vortage seine Ehefrau erschlagen habe. Die Leiche befinde sich im Auto, welches in der Tiefgarage stehe. Er habe seine Frau mit einem Hammer im Auto erschlagen, nachdem es auf der Rückfahrt von einem Besuch am Sonntagnachmittag zu einem Streit zwischen ihnen gekommen sei. Er behauptete seine Frau sei fremdgegangen und habe ihm gesagt, dass sie sich von ihm trennen wolle. Daraufhin sei er ausgerastet.

Tatsächlich konnte durch Einsatzkräfte die tote 53jährige Ehefrau im PKW Skoda Oktavia, Farbe silbermetallic, aufgefunden werden. Das Fahrzeug stand in einer Garage der Tiefgarage neben dem Mehrfamilienwohnhaus. Die Tiefgarage ist nach außen, wie auch jede Garage darin einzeln, mit Rolltoren gesichert.

Die Mordkommission wurde alarmiert und übernahm die Untersuchungen.

Das Opfer wies augenscheinlich massive stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf auf. In einem Abfallkorb in der Garage wurde ein 1000 Gramm-Hammer ohne Stiel gefunden, bei dem es sich offensichtlich um das Tatwerkzeug handelte.

Nach der Tat hatte der 55jährige versucht sich im Keller des Wohnhauses durch Schnitte in die Unterarme sich das Leben zu nehmen, will bewusstlos geworden und morgens wieder erwacht sein.

Er begab sich in seine Wohnung und rief am Nachmittag nicht nur seinen Arbeitgeber sondern auch eine seiner Schwestern an. Angehörige machten sich auf den Weg zu seiner Wohnung, wo die Polizei aber schon eingetroffen war.

Der Tatverdächtige wurde zur Behandlung seiner Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht und anschließend wegen Selbsttötungsgefahr zwangseingewiesen und polizeilich bewacht.

Am 31.03.2015 fand die angeordnete Obduktion der Leiche in der Rechtsmedizin statt. Es wurde eine sehr große Anzahl von Schlägen auf den Kopf, offensichtlich mit dem aufgefundenen Hammer festgestellt, die den Tod verursachten. Verletzungen an den Händen sind als Abwehrverletzungen zu werten.

Die Untersuchungen durch die Mordkommission am Tatort dauern noch an. Durch Ermittlungen im Umfeld und in der Familie der Eheleute sollen die Hintergründe aufgeklärt werden, die zur Tat führten. Fälle häuslicher Gewalt wurden der Polizei vorher nicht bekannt. „Für uns bestehen keine Zweifel, dass der 55jährige Tatverdächtige die Tat alleine begangen hat“, teilte Gerd Hoppmann, Leiter der Mordkommission, mit.

Aus den Angaben des Tatverdächtigen ergeben sich Gründe, die für eine verminderte Schuldfähigkeit sprechen, daher beantragte die Staatsanwältin Sonja Pelka einen Unterbringungsbefehl.

Dieser wurde vom Amtsgericht in Krefeld erlassen und der Tatverdächtige in einer geschlossenen Klinik untergebracht.

(343/Kni)

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