#BNKReportage – Tagesbruch im Münsterland – Duisburger proben den Ernstfall in Münster

Münster. Nach einem schweren Tagebruch in Ibbenbüren unweit von Münster, wurde die Stadt von schweren Erschütterungen stark beschädigt. Die örtlichen Einsatzkräfte sind vollkommen ausgelastet und fordern überörtliche Hilfe an. In diesem Fall ein Verband aus vier Hilfsorganisationen aus Duisburg. Der Übungsort: Ein Übungsgelände des THW in Münster.

Zum Glück handelt es sich hier nur um eine Übung. Bereits am Donnerstag wurden die Duisburger Kräfte über die „Lage“ informiert. Freitag war es dann soweit, es erfolgte die Alarmierung verschiedener Gruppen unter der Führung von Sven Wagner, Zugführer beim THW Duisburg. Gegen 18 Uhr trafen die THW-Helfer aus den Bergungsgruppen des 1. und 2. Technischen Zuges, der Fachgruppen Räumen, sowie ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg (bestehend aus den Löschgruppen 401 und 701), eine Sanitätsgruppe, unterstützt durch das AEV-Team, und der Trupp Verpflegung der Johanniter.
Bereits am frühen Samstagmorgen wurden die Einsatzkräfte in die erste Übungslage mit verschiedenen Szenarien entsendet. Im Vordergrund stand die Personenrettung, das Hauptthema der diesjährigen Übung. Ob verschüttete Personen oder eine „GAMS“-Lage (Gefahrguteinsatz), bereits die ersten Übungen verlangten vollen körperlichen und mentalen Einsatz der Helfer.

Gegen 14:00 begannen dann schon wieder die Vorbereitungen für die große Nachmittagsübung. Um 14:30 hieß es dann antreten zur Lagebesprechung. Die Gruppenführer wurden bereits kurz in die kommende Lage eingewiesen. Nach der Besprechung rückten die Einsatzkräfte erneut aus zu den ihnen zugeordneten Abschnitten und Einsatzlagen.
Im ersten Teil der Übung waren die Gruppen und Einheiten wie folgt aufgeteilt:

Feuerwehr Gruppe HLF 401:
Erkundung in einem Wohngebiet welches vollkommen zerstört wurde. Eine Person wird vermisst und ein Bundeswehr LKW mit Ammoniak ist verunfallt aber gesichert worden.

Feuerwehr Gruppe HLF 701:
Schachtrettung nach Absturz in einen Brunnen.

Gruppe 1 THW:
Rettung von zwei, teils schwer verletzten Personen aus einem eingestürzten Gebäude.

Gruppe 2 THW:
Rettung von elf teils schwer verletzten Personen aus einem komplexen Tunnel- und Gebäudesystem.

JUH/AEV:
Erkundung und Versorgung der Patienten sowie Aufbau des Behandlungsplatzes.

Während die Übung lief kam es zu einigen Vorkommnissen, welche den Einsatzkräften die Arbeit erschweren sollte. Während die beiden Einheiten der Feuerwehr noch bei der Erkundung waren kam es auf einem ganz anderen Teil des Geländes zu einem Flächenbrand. Angenommen wurde, dass sich ein Kraftstofflager in unmittelbarer Nähe befindet, das es hiervor zu schützen galt.
Der Gruppenführer des HLF 401 lies umgehend eine Riegelstellung aufbauen und lies das HLF des Löschgruppe 701 einen Pendelverkehr zu einem knapp 400 Meter entfernten Hydranten herstellen.
Im Einsatzabschnitt der ersten THW Gruppe wurde der Einsatz durch eine reanimationspflichtige (Wiederbelebung) Patientin mit offenem Thoraxtrauma (Verletzung des Brustkorbs) simuliert. Die Einsatzkräfte entschieden sich für eine schnelle Rettung. Als die ersten Einsatzstellen abgearbeitet waren unterstützten die freiwerdenden Kräfte ihre Kollegen an den anderen Einsatzstellen.

Gegen 18 Uhr war dann das Übungsende erreicht und die Einsatzkräfte konnten sich eine wohlverdiente Dusche gönnen. Den Führungskräften ist neben der professionellen Rettung aller Verletzten auch die gemeinsame Arbeit der Helfer untereinander sehr wichtig. Ein guter Wissen- und Kenntnisstand, sowie die richtigen und geeigneten Kommunikationswege sind für das Gelingen solcher Einsätze ausschlaggebend. Auch im nächsten Jahr wird es wieder so eine Übung geben, welcher Schwerpunkt dann gesetzt wird ist noch nicht bekannt.

Producer: Sascha Bruchwalski (Einsatzkräfte Duisburg Rheinhausen), Sven Wagner (THW)

Produktionsleitung: Leonhard Giesberts
Fotos: © Blaulicht-News-Krefeld

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