#BNKUpdate – vor Ort: Sicherheitsmaßnahmen in Krefeld

Krefeld. Nach dem grausamen Anschlag in Berlin, mit mindestens 12 Toten, reagierten die Sicherheitsbehörden der Länder und Kommunen umgehend. Bereits am gestrigen Tag trafen sich Vertreter von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Stadtverwaltung und dem Weihnachtsmarkt  um das Sicherheitskonzept zu überarbeiten.

Es wurde beschlossen umgehend eine mobile Wache auf dem Dionysiusplatz zu installieren. Dies geschah in Form eines eines Transporters der Polizei, welcher normal für Veranstaltungen eingesetzt wird. Besetzt wird dieser durch Beamte des Bezirksdienstes. Diese sind zusätzlich mit Schusssicheren Westen und Maschinenpistolen ausgestattet. Um den Weihnachtsmarkt vor einem möglichen Anschlag mit einem LKW zu schützen, wurde am gestrigen Tag eine Zugmaschine im Bereich der Rheinstraße abgestellt.

Doch warum wird das Sicherheitskonzept erst jetzt überarbeitet? Wir haben dazu bei der Pressestelle der Polizei Krefeld nachgefragt.

Herr Uebber: Die Polizei überarbeitet grundsätzlich fortlaufend ihre Sicherheitskonzepte, und lässt dabei Erkenntnisse über aktuelle Geschehnisse einfließen.

Warum hat man einen LKW genommen, in Anlehnung an Berlin, empfinden dies viele als makaber und einige als unbürokratische Lösung?

Herr Uebber: Gemeinsam haben wir uns mit der Stadt, der Feuerwehr und dem Betreiber des Weihnachtsmarktes für einen Lkw als Barriere entschieden, weil dieser mobil ist und somit Rettungswege für Feuerwehr und Krankenwagen im Bedarfsfall freigemacht werden können. Bei Betonklötzen beispielsweise ist eine kurzfristige Entfernung im Bedarfsfall nicht in dem Maße möglich, wie bei dem Lkw.

Wie ist die Polizei vor Ort aufgestellt, was hat sich maßgeblich geändert?

Herr Uebber: Die Polizei ist gut aufgestellt. Aktuell liegen der Polizei Krefeld keine konkreten Erkenntnisse oder Hinweise vor, die auf bestehende terroristische Planungen oder Aktionen in Krefeld hindeuten. Die Krefelder Polizei steht dazu in einem engen Informationsaustausch mit allen Sicherheitsbehörden.

Handelt es sich hier mehr um einen psychologischen Einsatz um das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln? 

Herr Uebber: Wir tun alles dafür, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Eine hundertprozentige Sicherheit kann es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen aber nie geben.

Fühlt sich die Polizei optimal ausgestattet, um solchen Lagen entgegen zu wirken? Wie unterstützt die Kommunal- und Landespolitik?

Herr Uebber: Die Polizei ist gut ausgestattet, um Gefährdungslagen zu bewältigen.

Wie ist die Resonanz der Bürger auf die verstärkte Polizeipräsenz?

Herr Uebber: Hier müssten Sie die Bürger fragen. Bislang haben wir positive Rückmeldungen erhalten.

Wurde bei der Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes auch bedacht, dass ein LKW auch über die Winkelstraße von hinten anfahren könnte?

Herr Uebber: Ja, dieser Umstand wurde bedacht.

Im Rahmen dieser Sondermaßnahmen, haben wir uns am heutigen Tag auch die Situation vor Ort angesehen. Viele Besucher des Weihnachtsmarktes sind froh, dass die Polizei jetzt mehr Präsenz zeigt. Dennoch ist eigentlich jedem Bürger klar, die absolute Sicherheit gibt es nicht und wird es auch nie geben können. Es ist wichtig, an solchen Tagen Mut zu zeigen. Zu zeigen,das WIR, die Bürger der Bundesrepublik Deutschland, egal welcher Herkunft, egal welcher Religion, uns nicht von diesem Anschlag einschüchtern lassen.

Redaktion: Jan Liebetrau

Producer/Autor: Leonhard Giesberts