Zwanzig Jahre danach – Der Großbrand im Düsseldorfer Flughafen 1996

Wir zählen den 11. April 1996. Gegen 13 Uhr beginnen drei Handwerker mit Schweißarbeiten an einer Dehnungsfuge in der Ankunftsebene des Terminals A oberhalb des Blumenladens im Düsseldorfer Flughafen. Normalerweise muss die Flughafenfeuerwehr bei solchen Arbeiten informiert werden und  eine Brandsicherheitswache stellen . Dies geschah aber nicht.
16 Menschen verloren bei der bisher größten Brandkatastrophe der deutschen Luftfahrt, ihr Leben. Eine weitere, wenige Tage später an den Folgen der Rauchgasvergiftung.

Es ist 15:31 Uhr als ein Taxifahrer der Feuerwehr meldet, dass im Bereich des Blumenladens immer wieder Funken zu sehen sind. Umgehend schickte man zwei Feuerwehrkräfte zum gemeldeten Bereich. Diese fordern die Arbeiten der Schweißer sofort zu beenden, wobei zu diesem Zeitpunkt bereits ein Schwelbrand in der Zwischendecke des Flughafens entsteht, welcher jedoch nicht entdeckt wird.

Als gegen 15:50 Uhr die Stabilität der Zwischendecke versagte, wird klar, im Flughafen Düsseldorf ist ein Brand ausgebrochen. Zunächst handelte es sich dabei um keinen erheblich großen Brand, jedoch beginnt er sich innerhalb kürzester Zeit auszubreiten und eine sehr starke Rauchentwicklung zu entwickeln. Als die Flughafenfeuerwehr schließlich den Brandort erreichte, wird sehr schnell klar, dass diese den Brand unmöglich alleine bekämpfen können. Aus diesem Grund wird zunächst die Berufsfeuerwehr Düsseldorf zur Brandbekämpfung hinzugezogen und des weiteren auch Kräfte aus den naheliegenden Kreisen und Städten Mettmann, Ratingen, Duisburg, Neuss und Wuppertal, bishin zu Rettungskräften aus Bonn.

Die ersten Rettungskräfte erreichen die Ankunftsebene gegen 16:30 Uhr wo bereits 16 Menschen an den giftigen Rauchgasen erstickt sind. Von diesen kommen 8 Menschen ums Leben, weil diese in der VIP-Lounge des Flugbetreibers Air-France gefangen sind und ein sehr dichter Rauch den Raum füllte. Um 19:30 Uhr, also rund vier Stunden nach erster Alarmierung der Feuerwehr, können die Einsatzleiter den Brand unter Kontrolle melden.

Insgesamt waren an diesem Einsatz rund 1000 Kräfte von Flughafenfeuerwehr, Berufsfeuerwehr, Polizei und Rettungsdienstkräften sowie Mitarbeitern des Flughafens beteiligt. Die Brandursache waren dabei aber nicht nur die Schweißarbeiten im Terminal und die damit verbundene Missachtung der Brandschutzvorschriften, vielmehr wurde beim Bau der Zwischendecke unerlaubte Schaumpolystyrol als Isolierung verwendet wobei sich unmengen an Staub im Bereich der Zwischendecke ansammelten und sich die Rauchgase somit sehr schnell verbreiten konnten.

Bericht: Fiedler M.
Mit Informationen aus Quellen der Feuerwehr Düsseldorf

Dokumentation – Protokoll einer Katastrophe