NonstopNews-Zentrale// Eigentlich waren sie schon fast fertig. Bauarbeiter waren am Abend dabei, eine Tagesbaustelle auf der A61 in Richtung Koblenz, welche die zwei Fahrspuren auf eine reduzierte, nach getaner Arbeit wieder abzubauen. Doch während es den ganzen Tag gut ging, knallte es am Montagabend umso heftiger.

Der Fahrer eines Gefahrgut-Laster hatte den stehenden Verkehr auf der rechten Spur offensichtlich übersehen. Ungebremst krachte er mit enormer Wucht auf seinen Vordermann, der wiederum zwei weitere Laster und ein Auto aufeinander schob. Durch den Aufprall drückte sich der verursachende Lastwagen komplett unter den Sattelzuganhänger seines Vordermanns, wodurch dessen Hinterachse abgerissen wurde. Das Führerhaus des verursachenden Lastwagens wurde nach hinten gedrückt und fand sich deutlich zusammengestaucht mehrere Meter hinter seiner eigentlich vorgesehenen Position an der Ladewand wieder. Auch der zweite Lkw, der als erstes getroffen wurde, wurde mit solch einer Kraft nach vorne katapultiert, dass die Fahrerkabine zusammengestaucht wurde.

Die alarmierte Feuerwehr fand ein enormes Trümmerfeld vor. „Das hat hier schon tüchtig gekracht“, fasst es Einsatzleiter Miguel Diaz-Wirth zusammen. Insgesamt vier Lastwagen und ein Auto waren in dem Unfall verwickelt. Zwei Brummifahrer waren eingeklemmt, die Autofahrerin kam leicht verletzt davon. Anders bei den Lkw-Piloten, die beide schwere Verletzungen erlitten. Diese waren beim Verursacher sogar so stark, dass er sofort per Crash-Rettung befreit werden musste. „Es war auch ein Rettungshubschrauber alarmiert, der aber nur unterstützt hat, weil der Schwerstverletzte so instabil war, dass er bodengebunden ins Krankenhaus gefahren werden musste“, erklärt Diaz-Wirth. Auch am späten Abend kämpfte der Fahrer noch um sein Leben.

Doch bei diesen Problemen blieb es nicht. Der der zuerst aufgefahrene Lkw hatte Gefahrstoff geladen, der eine extreme Umweltgefahr darstellte, sollte er auslaufen. Dies tat er zunächst nicht, dafür trat was anderes aus. „Wir müssen nach Absprache mit der Umweltbehörde noch Erdreich auskoffern, da mehrere hundert Liter Diesel und Motoröl ausgelaufen sind“, beschrieb Finn Hennersdorf vom Bergeunternehmen Bröker die Gefahren an der Einsatzstelle. Aus Sicherheitsgründen legte die Feuerwehr daher einen großen Schaumteppich über die Autobahn, um jedwede Gefahr eines Brandes mit verheerenden Umweltfolgen im Keim zu ersticken. „Es war schon eine etwas größere Einsatzstelle“, räumte da auch der erfahrende Feuerwehr-Einsatzleiter ein.

Bis in die Morgenstunden hinein werden die Aufräumarbeiten auf der A61 andauern. „Ich schätze mit einer Gesamtdauer von bis zu zehn Stunden“, lautete die ernüchternde Aussage Hennersdorfs gegenüber allen Pendlern, die voraussichtlich am Dienstag im Stau stehen werden. Er erklärte das weitere Vorgehen der Bergeprofis: „Wir werden die Container anschlagen und auf neues Chassis setzen. Das Führerhaus heben wir ab und dann werden wir den Trailer entladen, dass er verkehrssicher ist“

Wieso der Unfall passiert, ist derweil noch völlig unklar. „Durch die Assistenzsysteme hat die Zahl der Unfälle abgenommen“, freut sich Hennersdorf über eine positive Entwicklung im Straßenverkehr. Doch auch hier gibt es einen bitteren Beigeschmack: „Aber man kann sie manuell deaktivieren. Und das Problem der Übermüdung bleibt. Und da können auch keine Geräte helfen.“

Von Leonhard Giesberts - CvD

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