Rückblick: Januar Hochwasser 2018 – Zwischen Faszination und Lebensgefahr

Vor einer Woche stand das untere Werft in Uerdingen noch komplett unter Wasser, heute  zeugt nur noch Treibgut in Form von Baumstämmen, Ästen und Müll vom Hochwasser. Für Uerdingen selbst bestand zu keiner Zeit eine wirkliche Gefahr, der neue Deich schütz vor Pegelständen von 13 Metern.

Ein Pegel von über 9,70 Meter war in Krefeld dieses mal zu verzeichnen. Dies bedeutet das die beliebte untere Werft in Uerdingen überflutet wird. Bereits am Freitag, den 05.01, hat die Stadt Krefeld zusammen mit dem Hafenamt ein Betretungsverbot ausgesprochen, denn es bestand Lebensgefahr für jeden der sich zu nah ran wagte. Der Pegel stieg zu diesem Zeitpunkt stündlich.

Samstag, 06.01.2018

Am Morgen fehlten nur noch Zentimeter bis zur Uferkante.  Im Laufe des Tages dann füllte sich der Rheindeich, nicht nur mit Krefeldern welche sich den steigenden Pegel ansehen wollten.

Hier an den Zufahrtsstraßen zum Rheindeich sah es an dem Wochenende wild aus. Anwohner berichten uns von Hochwassertouristen aus benachbarten Städten und Landkreisen, welche sich
nicht dafür interessierten ob sie im Halteverbot stehen oder in Zufahrten. Anwohner wurden regelrecht angepöbelt.

Während sich die einen ärgerten, freuten sich die anderen. Die Gastronomen freuten sich über gefüllte Lokale, aber zu welchem Preis?

Manuel Kölker, Pressesprecher der Stadt Krefeld, hat dazu eine klare Meinung. Er freut sich, dass so viele „Hochwassertouristen “ nach Uerdingen kommen um sich das Spektakel anzusehen, er appelliert jedoch auch an den gesunden Menschenverstand und mahnt dazu sich an die „Regeln“ zu halten. Es dürfe nicht sein, dass die Leute sich über die Absperrungen der Stadt und der Polizei hinwegsetzen oder gar den fließenden Verkehr behindern.

Neben dem Verkehrschaos war aber noch eine andere, nicht ganz ungefährliche Sache zu beobachten. Am Samstag Nachmittag ignorierten mehrere Hundert Personen das

Betretungsverbot der unteren Werft um noch schnell ein Selfie, möglichst nah an der nicht mehr erkennbaren Uferkante, zu machen. Eltern brachten dabei ihre kleinen Kinder in Lebensgefahr.

Am Abend rückte dann das Tiefbauamt um die bestehenden Absperrungen nochmals mit weiteren „Drängelgittern“ zu verstärken, aber auch diese wurden am Folgetag mehrfach überwunden.

Sonntag, 07.01.2018

Nach dem Hochwasser bleibt das mitgebrachte Treibgut liegen

Am Sonntag war  die untere Werft dann komplett überflutet, ein Betreten der unteren Werft war eigentlich nicht mehr möglich, dennoch haben sich einzelne Personen dazu entschieden sich den Absperrungen zu widersetzen und ganz nah ran zu gehen.

In der Woche sank der Pegel dann wieder und seit Mitte letzter Woche ist der Rhein auch wieder in seinem „Bett“ und wirkt nicht mehr ganz so bedrohlich. Pressesprecher, Manuel Kölker, rechent jedoch damit, dass wir im Frühjahr erneut mit einem Hochwasser rechnen könnten.

 

 

 

 

Bilder: Benny Lieb