BNK-PD// Bei der Explosion eines Chemietanklagers in Kempen wurden am Sonntag acht Feuerwehrleute  – zum Glück nur – leicht verletzt. Es handelte sich um einen Standardeinsatz – eine ausgelöste Brandmeldeanlage – wie er mehrfach in der Woche vorkommt. Über den Großeinsatz und den unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben wir mit dem Feuerwehrchef aus Kempen, Franz-Heiner Jansen gesprochen.

Frage: Können Sie einmal den Ablauf am heutigen Morgen erklären? Es handelte sich ja zunächst um einen Standardeinsatz.

Antwort: Heute Morgen wurden wir zu einem Standardeinsatz, einer ausgelösten Brandmeldeanlage bei der BYK Chemie, gerufen. Standardgemäß fährt da ein Löschzug von uns hin, so auch heute Morgen. Auf der Hinfahrt bemerkten  die Einsatzkräfte bereits den möglichen Stoffaustritt und haben in dem Gebäude dann eine Art Verrauchung festgestellt. Die haben dann sofort den Löschzug Sankt Hubert nachalarmiert. Beim Innenangriff haben die Kräfte dann schnell bemerkt: Hier stimmt etwas nicht, hier muss irgendwas austreten. Kurz darauf kam es bereits zu großen Detonationen.

Frage: Waren die Einsatzkräfte während der Explosion im Gebäude?

Antwort: Unsere Einsatzkräfte waren zum Teil bereits im Gebäude drin als es zur Explosion kam. Glücklicherweise sind die nicht all zu stark verletzt worden. Die sind bereits nach zwei Stunden wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden und haben keine bleibenden Schäden davon getragen. Von den acht verletzten Kameraden sind sogar sechs wieder in den Einsatz zurück gekommen.

Frage: Da rutscht einem als Einsatzleiter doch erstmal das Herz in die Hose, oder?

Antwort: Ich muss ganz ehrlich sagen, als Einsatzleiter, ich mach jetzt seit 20 Jahren die Leitung der Feuerwehr hier in Kempen und Gott sei Dank musste ich bis jetzt so einen Einsatz noch nie miterleben. Mein Ziel ist es, so wie von jeder Führungskraft, dass die Einsatzkräfte von den Einsätzen gesund und unversehrt wieder nach Hause kommen. Die erste Sorge war natürlich dann auch, wie geht es unseren Kräften. Wir haben uns sofort zurückgezogen und uns um die Versorgung der Verletzten gekümmert.

Frage: Wir sehen ja jetzt hier zahlreiche Behörden und Ämter die vor Ort sind. Die Lage wurde über den Tag ja immer größer, wie hat sich das entwickelt?

Antwort: Die BYK Chemie gilt als Störfallbetrieb, da sind bei solchen Zwischenfällen dann natürlich auch Ministerien und die Bezirksregierung mit im Boot. Wir haben die bereits früh informiert und in dem Zusammenhang haben die Informations- und Alarmierungsketten wunderbar funktioniert. Wir haben durch die Polizei auch einen Absperrradius erstellen können. Wir können zur Zeit nicht ins Gebäude. Es gibt ein großes Trümmerfeld und die Tanks sind teilweise stark deformiert und verschoben.

Frage: Sie sind ja eine rein ehrenamtliche Feuerwehr. Solch ein Einsatz, was bedeutet das für Sie?

Antwort: Ich glaube es ist für jede Feuerwehr ein Kraftakt, egal ob ehrenamtlich oder hauptamtlich. Denn diese Chemikalie reagiert auf Wasser, die Situation ist total schwer einzuschätzen. Wir haben die Nachbarschaft vorsorglich evakuiert gehabt. Die Leute wurden betreut. Alle Hilfsorganisationen sind hier im Einsatz.

Frage: Wie stemmt man solche Einsatzlagen?

Antwort: Gerade das Engagement unserer Feuerwehrleute ist immens hoch. Das sieht man zum Beispiel auch an den eigentlich verletzten Kameraden, wovon sechs wieder zurück an die Einsatzstelle gekommen sind um zu helfen. Der Zusammenhalt im Ehrenamt – nicht nur in Kempen – ist einfach immens hoch. Das hat man heute wieder gesehen.

Vielen Dank Franz-Heiner für das Gespräch.

 

Das Interview führte NonstopNews-Regionalleiter Leonhard Giesberts

 

 

 

 

 

Von Leonhard Giesberts - CvD

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