Neue Sondereinheit der Polizei NRW – Ein Meilenstein! – Oder doch nicht!?

BNK-PD//NRW-Innenminister Herbert Reul, bekannt für medienwirksame Großkontrollen und Razzien, stellte seinen neuen „Meilenstein in der Geschichte der Landespolizei“ vor. Eine so genannte BFE, eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit. Die erste der sechs angekündigten Einheiten wurde in Bochum installiert.

 Die 46 Polizistinnen und Polizisten dieser neuen Einheit der Bereitschaftspolizei sind speziell dafür geschult, Beweise zu sichern und Straftäter festzunehmen. So sollen sie künftig zum Beispiel bei gewalttätigen Demonstrationen und Ausschreitungen bei Fußballspielen zum Einsatz kommen.

(Pressemitteilung des NRW-Innenministeriums)

Doch irgendwie kommt einem das Aufgabenfeld doch bekannt vor? Richtig, denn die bisherigen Einsatzhundertschaften der NRW-Landespolizei waren nach eigenen Aussagen schon ausgebildet und ausgerüstet wie diese neue Einheit.

„Die BFE soll in brenzligen Situationen gerichtsfeste Beweise sichern. Mit Köpfchen und notfalls auch mit Kraft. Das ist keine leichte Aufgabe. Deshalb haben die BFE-Angehörigen meinen besonderen Respekt“, sagte Reul in Bochum.

In anderen Bundesländern und auch bei der Bundesbereitschaftspolizei sind diese Aufgaben auch getrennt. Nur in NRW nicht. Deshalb fragen wir beim Innenministerium nach. Worin unterscheidet sich dann eigentlich die neue Einheit von den „alten“?

Eine Sprecherin des Innenministeriums teilt uns bei einem Telefonat mit, dass die Aufgaben, welche die BFE jetzt übernimmt natürlich auch schon vorher da waren. Der Unterschied läge darin, dass von der Festnahme über die Dokumentation und das Sichern von gerichtsfesten Beweisen nicht durch mehrere, sondern nur durch eine Einheit durchgeführt werden würde.

Fazit. Die „neue“ Einheit ist gar nicht so „neu“. Es einen Meilenstein zu bezeichnen wäre wohl etwas übertrieben, dennoch ist es ein wichtiges Zeichen, dass mehr spezialisierte Kräfte verfügbar sind und ihre regulären Streifen- und Hundertschaftsbeamten helfen zu entlasten. Fünf weitere Einheiten sollen noch bis zum Jahr 2021 in Nordrhein-Westfalen installiert werden.

Bericht: BNK-Pressedienst  Bild: Archiv/BNK-Pressedienst